CE-Newsletter Ausgabe 8-2018 – Produktsicherheit – Korrekturmaßnahmen und Rückrufe

Produktsicherheit – Korrekturmaßnahmen und Rückrufe – Teil 2

Neben der Frage, wie und mit welchen Personen der Hersteller bzw. die verantwortliche Person die Abwicklung von Korrekturmaßnahmen innerbetrieblich organisieren sollte, stellt sich auch die Frage, wie er seine Kunden erreicht und welche Reichweite die Korrekturmaßnahmen haben müssen.

Identifizierung unsicherer Produkte
Die Verbraucher müssen in der Lage sein, unsichere Produkte zu identifizieren. Im Gegenzug muss der Hersteller in der Lage sein, die Kunden zu ermitteln, die solche Produkte gekauft haben. Das bedeutet, dass der Hersteller die drei folgenden Systeme benötigt:

  • Ein System zur Erkennung unsicherer Produkte
    Das zweifellos beste System zur Identifizierung unsicherer Produkte ist sicher eine fortlaufende Seriennummer an jedem Produkt. Mitunter kann auch eine Chargennummer ausreichend sein. Auch wenn eine Seriennummer manchmal nicht oder nur schwierig auf einem Produkt angebracht werden kann oder aus ästhetischen Gründen auch nicht angebracht werden soll, so muss jedem Hersteller klar sein, dass alle anderen Lösungen die Identifizierung unsicherer Produkte erheblich erschweren oder gar unmöglich machen. Im Zweifelsfall müssen dann alle Produkte zurückgerufen werden, auch wenn nur einige wenige Produkte betroffen sind.
  • Ein Verzeichnis der belieferten Personen und Firmen (Kundendatenbank)
    Hersteller und Zwischenhändler müssen in der Lage sein, ihre Kunden eindeutig zu identifizieren. Die Rückverfolgbarkeit muss auch die Möglichkeit beinhaltet, den Inhalt der jeweiligen Lieferung zu identifizieren. Das gilt auch im Online- oder Versandhandel. Folgende Angaben muss eine Kundendatenbank deshalb enthalten:
  1. Die vollständige Adresse mit der Telefonnummer.
  2. Marke, Modellbezeichnung und Kaufdatum des/der Produkte(s). Soweit möglich, enthält die Datenbank idealerweise auch die Seriennummer des gekauften Produkts. Hilfreiche Quellen für diese Informationen sind Lieferscheine, Aufzeichnungen von Einzelhändlern und Garantie- oder Registrierbelege. Auch Beschwerden, Hotlines und Aufzeichnungen des Kundenservice oder von Werkstätten können wertvolle Quellen sein.

Bei Auslandsgeschäften müssen eventuell zusätzlich Besonderheiten des jeweiligen Empfängerlandes berücksichtigt werden.

[…]

pdf Jetzt weiterlesen? Newsletter im PDF-Format downloaden